Niederländische Landschaftsmalerei aus der konfessionellen Perspektive

Vortrag von Esther Meier, Dozentin am Institut für Kunst und materielle Kultur an der Technischen Hochschule Dortmund, mit einem Forschungsschwerpunkt auf Kunst und Konfession in der frühen Neuzeit.

Sonntag, 20. August 2017, 11 Uhr, im Foyer des Museums unter Tage

Die Niederlande gelten gemeinhin als eine calvinistische Nation, in der sich säkulare Bildgattungen wie Landschafts- und Stillleben-
malerei für den freien Markt entwickeln konnten, weil kirchliche Aufträge fehlten. Dieses eindimensionale Verständnis ignoriert die Forschung der Kirchen- und Profanhistoriker, die schon längst die Sozial- und Institutionsgeschichte der niederländischen katholischen Kirche des 17. Jahrhunderts untersucht haben. Tatsächlich stellten die Katholiken einen hohen Anteil der Bevölkerung, und mancherorts gehörten dieser Konfession 30% der Einwohner an. Obwohl es ihnen nicht gestattet war, Gottesdienste öffentlich zu feiern, entwickelten sie doch eine rege Frömmigkeit, die nicht nur von den Priestern, sondern weit mehr von den Laien, den Bürger der Städte getragen wurde. Sie richteten in ihren Häusern Kirchenräume ein und statteten diese mit Gemälden, mitunter sogar mit Landschaftsbildern aus.
Der Vortrag will die Landschaftsmalerei aus einem konfessionellen Blickwinkel betrachten und nach den katholischen Implikationen fragen. Es wir u.a. zur Diskussion stehen, unter welchen Bedingungen das Lanschaftsbild, das prinzipiell für eine multikonfessionelle Käuferschicht bestimmt ist, eine eindeutig katholische Aussage formulieren kann.

 

Die Teilnahmegebühr beträgt 3 Euro, ermäßigt 1 Euro. Für Studierende der RUB ist der Eintritt frei.

Im Anschluss an die Lesung gibt es die Gelegenheit, gemeinsam in der Dauerausstellung "Weltsichten" eine Vielzahl an niederländischen Landschaftsbildern zu betrachten.