Evenwicht, 1952, Zeichenstift, schwarze Tusche und Buntstifte auf Papier,
37,5 x 38 cm
T 81-44, 1981, Tusche auf weißem Velin, 40 x 24,5 cm

Jan J. Schoonhoven 1914–1994 Reliefs und Zeichnungen 1941–1991

24. Januar bis 19. April 2015

Im Juni 2014 wäre Jan J. Schoonhoven hundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass widmet Situation Kunst (für Max Imdahl) dem bedeutenden niederländischen Zero-Künstler eine Ausstellung, die dazu einlädt, verschiedene Entwicklungsbereiche seines facettenreichen Gesamtwerkes neu zu entdecken.


International bekannt wurde der in Delft geborene und zeitlebens dort heimisch gebliebene Künstler Anfang der 1960er Jahre insbesondere für seine seriellen monochrom-weißen Papiermaché-Reliefs. Sie bestehen aus alltäglichen Materialien wie Wellpappe, Papier und Holz und sind stets vollständig mit weißer Latexfarbe bemalt. Dieser Werkform ist in ihren unterschiedlichen formalen Ausprägungen bereits seit fünfundzwanzig Jahren ein Raum in der Dauerausstellung von Situation Kunst gewidmet.
Erweitert wird dieses hochkarätige Ensemble nun um eine der seltenen Wellpappe-Schichtungen von 1964 sowie um die außergewöhnliche Werkformation einer Gruppe von zehn frühen, kleinen weißen Reliefs. Diese 1962 entstandene Reliefgruppe veranschaulicht exemplarisch Schoonhovens Erprobung neuer Ausdrucksformen in einer Zeit, die zunehmend auch nach der gesellschaftlichen Funktion von Kunst fragte. Traditionelle Gattungsgrenzen und Gattungsdefinitionen wurden gut zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mehr und mehr hinfällig.


Neben dem wichtigen Werkkomplex der Reliefs legt die Ausstellung den Schwerpunkt insbesondere auf das außerordentliche zeichnerische Werk, wobei auch hier weniger bekannte Facetten gewürdigt werden. Frühe, bislang kaum gezeigte Zeichnungen eröffnen aufschlussreiche kunstgeschichtliche Querbezüge zu Entwicklungen der klassischen Moderne. Zusammen mit einer umfassende Auswahl der bekannten, rasterartig angelegten Zeichnungen sowie eher malerisch-kalligrafisch ausgeführter Blätter bilden sie den werkgeschichtlichen Ausgangspunkt der Ausstellung. Sie gewährt einen vertiefenden Einblick in Schoonhovens konzentrierte und systematische Arbeitsweise, die sich stets mit einem humanistischen Denken verband.


Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch, 96 Seiten, Hardcover, mit zahlreichen Abbildungen sowie Texten von Richard Hoppe-Sailer, Maria Schulte und Silke von Berswordt-Wallrabe.

 

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FÖRDERER

Die Ausstellung wird unterstützt durch den Förderverein Situation Kunst – Haus Weitmar e.V. sowie die Botschaft des Königreichs der Niederlande in Berlin.