Arman (1928–2005): Ohne Titel (Accumulation), 1980
Acryl und Farbtuben auf Leinwand, 200 x 150 cm, Privatbesitz

Jede Farbe hat ihren Preis. Zur Sozioökonomie der Farbstoffe vom Kolonialkapitalismus bis zur Industriemoderne

Ein Vortrag von Prof. Dr. Alexander Engelam Sonntag, dem 8. Dezember 2019 um 11 Uhr Eine Veranstaltung der Stiftung Situation Kunst im Begleitprogramm zur Ausstellung "Farbanstöße. Farbe in der neueren Kunst". Die Veranstaltung findet im Foyer des Museums unter Tage statt.


Für die Betrachtenden des fertigen Objekts oder Produkts in aller Regel verborgen, stehen hinter jeder Farbgebung in Kunst oder Konsumgütergestaltung profane, aber ausgreifende technische und ökonomische Prozesse. Wie ein Gang durch die Jahrhunderte zeigt, ist die Erzeugung und Distribution etwa von Farbstoffen seit langem Gegenstand globaler Ökonomien, die einerseits Wohlstand erzeugen, andererseits soziale Ausbeutung oder ökologische Probleme mit sich bringen konnten.
Die Kosten verschiedener Farbstoffe bedingten umgekehrt mit, wie Farbe konsumiert werden konnte und dies sozial strukturierend wirkte. Die Farbigkeit menschlicher Werke und Erzeugnisse hatte und hat also konkrete, doch in aller Regel nicht mitgedachte gesellschaftliche Vorraussetzungen und Implikationen.

Dr. Alexander engel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Philosopisch-Historischen Fakultät der Universität Basel. Seine Forschungsschwerpunkte bilden u.a. die Geschichte von Märkten, Preisen und Handel, Globalisierung und koloniale Ökonomieen, die Geschichte des Kapitalismus und die Wissensgeschichte des Wirtschaftens.

Die Teilnahmegebühr beträgt 3 Euro, ermäßigt 1 Euro.
Für Studierende der RUB ist der Eintritt frei.