Joos de Momper der Jüngere, Berglandschaft mit Reisenden,
Ende 1620er, Öl auf Holz, 46,5 x 75 cm.

Die alpine Landschaft im Wandel vom Natur- zum Kulturraum

Die alpine Landschaft im Wandel vom Natur- zum Kulturraum

 

Ein Vortrag von Dr. André Baumeister

Sonntag, 8. September 2019, 11 Uhr im Foyer des Museums unter Tage

Für die meisten Menschen sind die Alpen eine Landschaft, die sich deutlich in zwei Räume aufteilen lässt: der eine Raum ist vom Menschen beeinflusst, der andere ist naturbelassen. Die menschlichen Eingriffe werden dabei oft als etwas Negatives bewertet. Dass die Alpen jedoch seit Beginn ihrer Besiedlung vor etwa 10.000 Jahren massiv durch den Menschen umgestaltet werden und auch die vermeintlich naturbelassenen Gebiete häufig ein Produkt menschlicher Umgestaltung sind, ist oft nicht bekannt. Die romantisierten Almflächen mit ihrer großen Pflanzenvielfalt sind schlicht ein Ergebnis der alpinen Landwirtschaft. Erst die großflächige Rodung vergrößerte die Almflächen, lockerte die dicht bewaldete Landschaft auf, während der extensive Beweidungsrhythmus zur heutigen Pflanzenzusammensetzung führte.

In der Landschaftsausstellung 'Weltsichten' im Museum unter Tage erfährt der Besucher ebenfalls schnell, wie stark die Prägung durch den Menschen in Landschaften eingeschrieben ist. Kaum eine Landschaftsdarstellung der alten Niederländischen Meister kommt ohne menschliche Behausungen oder landwirtschaftlich nutzbar gemachte Flächen aus. Die Beherrschung der Natur durch den Menschen ist ein wiederkehrendes Thema, das oft mit einer kulturell geprägten Sehnsucht nach unberührter Landschaft kollidiert. 

Mit einem Fokus auf die Ostalpen thematisiert dieser Vortrag Besiedlung, Anpassung und Nutzung sowie Probleme und Zukunft der Alpen als Kulturraum im Zentrum Europas.

Dr. André Baumeister ist Lehrbeauftragter am Geographischen Institut der Ruhr-Universität Bochum.

Die Teilnahmegebühr beträgt 3 Euro, ermäßigt 1 Euro. Für Studierende der RUB ist der Eintritt frei.