Neue Blicke auf vertrautes Terrain. Erweiterte Weltsichten
Veranstaltungen im Begleitprogramm
Vorträge
8. März 2026, 11 Uhr
Ein Vortrag von Dr. Torsten Meyer
(Deutsches Bergbaumuseum)
Im Vortrag spricht der Technik- und Umwelthistoriker Torsten Meyer über die von Menschen gemachte Landschaft in der Niederlausitz. Im Zentrum steht die Folgelandschaft des Braunkohlenbergbaus, die nach der Stilllegung der Bergwerke am Ort entsteht oder rekultiviert wird. Angesprochen werden wissenschaftliche, technische und vor allem landschaftsplanerischen Konzepte, die aus diesen unwirklichen Landschaften neue Kulturlandschaften schufen.
Dr. Torsten Meyer, der stellvertretende Leiter des Bergbau-Archivs im Deutschen Bergbau-Museum Bochum, forscht und publiziert seit vielen Jahren zur Geschichte des deutschen Bergbaus, wobei ein besonderer Fokus auf der Rekultivierung der Bergbau-Gebiete als „Industrielle Kulturlandschaften“ liegt.
Die Veranstaltung findet im Foyer des Museums unter Tage statt.
Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro inkl. Eintritt in die Ausstellung.
Für Studierende der RUB ist der Eintritt frei.
Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
26. Februar 2026, 18 Uhr
Über Brachen schreiben. Nature Writing und urbane Landschaften
Ein Vortrag von Prof. Dr. Jan Röhnert
(Institut für Germanistik, Technische Universität Braunschweig)
29. Januar 2026, 18 Uhr
Gestörte Idyllen. (Anti-) Landschaftserzählungen im Zeichen ökologischer Transformation
Ein Vortrag von Dr. habil. Solvejg Nitzke (Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum)
14. Dezember 2025, 11 Uhr
Eine Welt ohne uns?
Ein Vortrag von Prof. Dr. Karen van den Berg (Kulturwissenschaften & Kommunikationswissenschaften, Zeppelin Universität Friedrichshafen)
Gespräch
30. November 2025, 11 Uhr
Museum unter Tage, Foyer
Wo sind wir? Landschaften als situiertes Wahrnehmen
Univ.-Prof. Dr. Thomas Bedorf (Institut für Philosophie, FernUniversität Hagen)
im Gespräch mit Prof. Dr. Timo Skrandies (Institut für Kunstgeschichte, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
Konzert und Lesung
11. Januar 2026, 13 Uhr
Bilder hören, Musik sehen. Die Klänge der Landschaft
Mit Terese Pletkute-Dong (Violine) und Jean Barcelos (Gitarre)
8. Februar 2026, 16 Uhr
Musikalische Lesung mit Rima Ideguchi und Fabian Liedtke
Spaziergänge zur Geschichte Bochumer Parkanlagen
Bei gemeinsamen Spaziergängen durch Parkanlagen in Bochum laden wir Sie dazu ein, auch jenseits der Ausstellung im Museum unter Tage in der Natur "neue Blicke auf Vertrautes Terrain" zu werfen. Bei den Führungen vor Ort (28.2 im Westpark, 21.3 im Park von Haus Weitmar, 11.4 im Bochumer Stadtpark) werden sowohl die Landschaftsgestaltung als auch die Geschichte des jeweiligen Parks beleuchtet.
28. Februar 2026, 14 Uhr
Vom Stahlwerk zum Industriepark: Westpark
Spaziergang durch den Westpark mit Dr. Frank Dengler (VHS Bochum)
Samstag, 21. März 2026, 14 Uhr
Der Park von Haus Weitmar: Vom Adelssitz zum Kunststandort
Spaziergang durch den Park von Haus Weitmar mit Markus Lutter (Stadt Bochum, Bildarchiv)
Der Park von Haus Weitmar ist eine etwas versteckte Sehenswürdigkeit Bochums. Im 11. Jahrhundert wurde er erstmals als Lehensgut erwähnt. Das im Jahr 1592 im Park erbaute Gutshaus wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört und verblieb als Ruine. Die Öffnung des Parkgeländes in den 1970er Jahren für die Bürger*innen der Stadt bildete den Ausgangspunkt für ein neues Kapitel in der Geschichte des Parks. Hier befinden sich Naturdenkmäler neben moderner Kunst, verbinden sich harmonisch alte und neue Architektur: die pittoresken Reste von Gutshaus und Sylvesterkapelle liegen neben den modernen Bauten von Situation Kunst und Kubus. Als neuester Bau kam 2015 das Museum unter Tage hinzu. Beim Rundgang wird Markus Lutter auch auf weitere Geschichten aus der Umgebung des Parks eingehen.
Treffpunkt: Eingang zum Park an der Hattinger Straße/Wasserstraße am Tor
Teilnahmegebühr: 5 € (bitte vor Ort bar entrichten)
Anmeldungen bitte an: info@situation-kunst.de
Ausgebucht!
Samstag, 11. April 2026, 14 Uhr
Spaziergang durch den Stadtpark Bochum mit Dr. Hans Hanke (Kortum-Gesellschaft Bochum)
Dieses Jahr wird der Bochumer Stadtpark 150 Jahre alt und ein Jahr später Teil der "IGA Metropole Ruhr 2027". Das war Anlass, den Stadtpark zu sanieren. Vieles ist bereits passiert, alles andere ist in Arbeit. Nach einem kurzen Überblicksvortrag zur Sanierungsplanung gehen wir durch den Stadtpark, wo wir die Maßnahmen besichtigen und besprechen. Führung: Dr. Hans Hanke
Treffpunkt: Stadtpark Bochum, Eingang Ecke Bergstr./Kurfürstenstr. (gegenüber vom Kunstmuseum Bochum)
Teilnahmegebühr: 5 € (bitte vor Ort bar entrichten)
Anmeldungen bitte an: info@situation-kunst.de
Gespräch in der Ausstellung
16. April 2026, 16 Uhr
Gespräch mit Prof. Dr. Carolin Behrmann (Kunstgeschichtliches Institut der Ruhr-Universität Bochum)
Kaum eine andere Bildgattung ist so eng mit der Idee von Aneignung und Kontrolle verknüpft wie die Landschaft. Aus ökokritischer Perspektive erscheint sie nicht als neutrales Abbild „Natur", sondern als kulturelle Konstruktion, die Machtverhältnisse, Besitzansprüche und Eingriffe in ökologische Gefüge sichtbar macht – und zugleich verschleiert. Wenn Landschaften als Wandschmuck in privaten Räumen zirkulieren, wird nicht nur ein ästhetisches Objekt präsentiert, sondern symbolisch auch ein Zugriff auf Natur inszeniert: Das Dargestellte wird imaginär verfügbar gemacht und in Logiken des Eigentums überführt.
Seit ihrer Emanzipation als eigenständiges Bildsujet in der Renaissance, als sie sich von der Rolle bloßer Hintergrundkulisse religiöser Darstellungen löst, trägt die Landschaftsmalerei zur Herausbildung eines spezifischen Naturverständnisses bei. Die massenhafte Produktion holländischer Landschaftsgemälde im 16. und 17. Jahrhundert markiert dabei nicht nur einen kunsthistorischen Wendepunkt, sondern auch eine Phase intensiver ökonomischer Transformation, in der Natur zunehmend als Ressource, Handelsgut und verwertbare Fläche begriffen wird. Diese Perspektive wirkt bis in gegenwärtige Bildpolitiken fort, etwa in der touristischen Vermarktung „unberührter" Natur, die ihre eigene Inszenierung als konsumierbares Gut reproduziert.
Die enge Verschränkung von Landschaft, Ökonomie und Ökologie verweist auf eine Geschichte der Extraktion, Akkumulation und Erschöpfung. Landschaften werden in dieser Logik fragmentiert, nach ökonomischem Nutzen bewertet und entsprechend transformiert – oft mit irreversiblen Folgen für komplexe ökologische Zusammenhänge. Was als idyllisches Panorama erscheint, ist daher häufig Resultat tiefgreifender Eingriffe, deren Spuren im Bild ästhetisch überformt oder unsichtbar gemacht werden.
Zugleich ist die Landschaftsdarstellung selbst Teil dieser Prozesse. In Karten, Veduten oder Stadtansichten werden Territorien nicht nur dokumentiert, sondern geordnet, vermessen und damit verfügbar gemacht. Solche Bilder fungieren als Instrumente der Macht: Sie strukturieren Wahrnehmung, legitimieren Besitzansprüche, stabilisieren koloniale Expansionen und tragen zur Normalisierung ökologischer Ausbeutung bei. Aus ökokritischer Sicht gilt es daher, Landschaftsbilder nicht nur als Darstellungen von Natur zu lesen, sondern als aktive Medien, die an der Produktion jener Verhältnisse beteiligt sind, die sie scheinbar lediglich abbilden.
In diesem Gespräch in der Ausstellung wollen wir diesen Zusammenhang von Landschaft und Besitz anhand verschiedener Beispiele aus der Sammlung „Weltsichten" diskutieren.
Workshop für Erwachsene
6. Dezember 2025, 12–15 Uhr
Foyer, Museum unter Tage
Winterlandschaften – Ein Workshop für Erwachsene
An Nikolaus lädt dieser Workshop dazu ein, in Weihnachtsstimmung zu kommen. Wir schauen uns gemeinsam die Ausstellung Neue Blicke auf vertrautes Terrain. Erweiterte Weltsichten an und wollen durch eigene praktische Arbeiten und intensive Betrachtung mehr über die Werke erfahren. Dabei werden künstlerische Übungen angeleitet und die Wahrnehmung geschult. Schneebilder, karge Winterlandschaften und weiße Gemälde bilden den Fokus dieses Workshops, aber es werden auch eigene Landschaftsbilder geschaffen. Der Workshop ist offen für alle ab 16 Jahren, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Bei einer Pause im Foyer können wir uns bei Keksen und Tee aufwärmen.
Leitung: Elisabeth E. Jacobsohn
Teilnahmegebühr: 15 € (inkl. Material und Eintritt in die Wechselausstellung)
Anmeldung per Mail an: info@situation-kunst.de
Ateliertisch im Foyer
26.–28. Dezember 2025
Museum unter Tage
Öffentliche Führungen
16.11., 21.12.2025
1.2., 29.3., 19.4.2026
jeweils um 16 Uhr
Teilnahmegebühr: 3 €, zzgl. erm. Eintritt in die Wechselausstellung
