Zerfallende Wirklichkeiten.

Jaap van den Ende, Ralph Fleck und Caroline von Grone

23. September 2026 – 17. Januar 2027

Eine Ausstellung der Stiftung Situation Kunst im Museum unter Tage

 

Eröffnung am Sonntag, 20. September 2026, 12 – 18 Uhr 

Das Eröffnungsprogramm finden Sie hier.

 

 

Zur Ausstellung

Wie entsteht Wirklichkeit im Bild und wie verhält sich die Bildwirklichkeit zur Realität? Die Ausstellung mit Werken von Jaap van den Ende, Ralph Fleck und Caroline von Grone zeigt, wie Malerei unseren Blick auf die alltäglich-vertraute Wirklichkeit verändert und sie in faszinierende Bildwelten verwandelt.

 

Was wir für Realität halten, ist längst nicht mehr selbstverständlich. Spätestens seit dem Auftauchen KI-generierter Bildwelten und der Verbreitung vermeintlich „alternativer Fakten“ ist das Vertrauen in einen allgemeingültigen Konsens darüber, was Wirklichkeit ist, ins Wanken geraten. Die Ausstellung greift diese hochaktuelle Fragestellung auf und zeigt, dass Malerei seit jeher ihre eigene Wirklichkeit erschafft, und zwar nicht als Abbild, sondern als sinnlich wahrnehmbare, kritische Reflexion des Sichtbaren. Ausgangspunkt aller gezeigten Arbeiten ist die präzise Beobachtung des Alltags. Unscheinbare Orte und beiläufige Situationen bilden die Grundlage für drei sehr unterschiedliche künstlerische Werkgruppen, die das Verhältnis von beobachteter Realität und ihrer Übersetzung in ein Bild auf je ganz eigene Weise ausloten.

Caroline von Grone ist dabei diejenige, deren malerische Auseinandersetzung mit der Realität am wenigsten verfremdet oder abstrahiert erscheint: In ihren oft seriell angelegten Werken verbindet sie dokumentarische Genauigkeit mit einer intensiv leuchtenden, eigenständigen Farbigkeit. Dadurch gewinnen alltägliche Orte eine unerwartete Präsenz und laden dazu ein, genauer hinzusehen. Die über einen längeren Zeitraum beobachteten und sich daher in den einzelnen Bildern wandelnden Erscheinungen der Motive verweisen darüber hinaus auf die Veränderbarkeit von Wirklichkeit.

Der kürzlich verstorbene Künstler Ralph Fleck entwickelte aus alltäglichen Motiven wie Müllhalden oder Häuserfassaden eine unverwechselbare Bildsprache. Seine seriellen Arbeiten konzentrieren sich auf Strukturen, Rhythmen und ganz wesentlich auf die konkrete Materialität der Farbe. Die auf diese Weise entstandene Betonung der Realität des Bildes als Objekt steht in Wechselwirkung mit dem malerisch umgesetzten Bildmotiv, das wiederum die Frage nach dessen Bezug zur Wirklichkeit aufwirft.

Einen wieder anderen Weg beschreitet Jaap van den Ende. Er verbindet in seinen mehrteiligen Bildern wiedererkennbare Szenerien mit abstrakten geometrischen Elementen, die auf der beobachteten Wirklichkeit basieren und über Form und Farbe einen Bezug zu den realistisch erscheinenden Bildteilen herstellen. Seine Werke konfrontieren Gegenständlichkeit und Abstraktion miteinander und lassen die Grenze zwischen Realität und Bild zunehmend bedeutungslos erscheinen.

 

Eröffnung

Sonntag, 20. September 2026

12 Uhr, Situation Kunst (für Max Imdahl) | Kubus

Begrüßung und einführende Worte
von Dr. Silke von Berswordt-Wallrabe und Dr. Eva Wruck

Artist Talk: Malerei als Annäherung an das, was ist
Prof. Dr. Karen van den Berg im Gespräch mit Jaap van den Ende und Caroline von Grone

13 Uhr, Museum unter Tage

Eröffnung der Ausstellung im Museum unter Tage

15 & 16 Uhr, Museum unter Tage

Kurze Führung durch die Ausstellung (30 Min.)

 

Weiteres Programm am Eröffnungstag:

14-16 Uhr Musik Folkwang FB 02 Combo

14-17 Uhr Kunstpicknick im Park

13-18 Uhr Ateliertisch (Museum unter Tage), Trinkwassermobil von a tip: tap e.V. (Park)

 

Einladung zur Eröffnung der Ausstellung als PDF.