Herzens-Angelegenheiten. Zur Philosophie der „Herzwerdung“ bei Ingeborg Lüscher

Ein Vortrag von Prof. Dr. Antje Kapust, Sonntag 23. Januar 2022, 11 Uhr

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen wird der Vortrag als Hybrid-Veranstaltung angeboten: Prof. Dr. Kapust wird bei uns im Museum unter Tage sein. Sie können entweder zu uns kommen oder sich von zuhause über diesen Link zuschalten: https://ruhr-uni-bochum.zoom.us/j/65454242732?pwd=L0k2M0htVTl2Z2V3eEV4L2F4NWdQQT09

In der fulminanten Installation „Das Herz auf dem Weg der Werdung“ von
1975 fallen spontan die bildwirksamen Schaukästen mit den „sortierten Steinen“ ins Auge. Nicht minder bedeutsam sind jedoch die 25 im „Untergeschoß“ angehängten „Lehr-Tafeln“ einer „Psycho-Kardiologie“.
Diese skurrilen, witzigen und einfallsreichen Mini-Texte strotzen nur so vor eingewickelten Spuren philosophischer Implemente, die zur Vollendung des Kunstwerkes auf ihre Ausdeutung warten. Zwar nennt die Künstlerin auch explizit große Namen (Aristoteles, Augustinus, Gehlen u.a.), zeichnet aber viele weitere nur indirekt in spurenhaften Skizzen: Ein Herz mit Perforationsfraß und Drama? Dreiecks-, Vierecks und Kugelherzen? Oder gar Herzen mit Simulation eines „Farbeinschlusses“ oder synthetisch gewonnen? Alles möglich. Beim „Auspacken“ macht sich der „Leser“ auf den Weg einer „Herzwerdung“ und kommt ungesehen einem Traum näher.

 

Dr. Antje Kapust ist Professorin für Praktische Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum und Dozentin für Philosophie der Kunst und Theorie des Bildes an der Ruhrakademie.

Sie studierte Germanistik, Linguistik, Politik (MA 1987) sowie Philosophie, Romanistik und Komparatistik (MA 1991) in Bochum, Paris und Tours und erhielt Promotionsstipendien in Bochum, Memphis/USA (1994) und Stony Brook/New York/USA (1995). Auf ihre Promotion in Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum (1995) folgte ihre Habilitation ebenfalls in Bochum zum Thema Krieg (2002). Gastprofessuren führten sie an die Universitäten Vanderbilt in Nashville/USA und Temple in Philadelphia/USA sowie nach Wien. An den Universitäten in Heidelberg und am Collegium in Perugia/Italien bekleidete sie Vertretungsprofessuren, während sie an den Universitäten Hannover, Paderborn und Mainz Forschungsförderungen erhielt.